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10. Juni 2004 |
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Polen als Wirtschaftspartner |
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Veranstaltung der AKAD Hochschule Leipzig in Kooperation mit den Jungen Osteuropa Experten (JOE) sowie den Europe Consultants am 5.6.04 in Leipzig anlässlich der Osterweiterung der EU Von Johanna Dahm Nach der Aufnahme in den Europarat 1991 sowie dem Assoziierungsabkommen mit der Europäischen Union (1994) ist Polen seit dem 1.5. 2004 offizielles Mitglied der EU. Die enormen wirtschaftlichen Schwierigkeiten der 16 polnischen Regionen, die unter anderem aus der hohen Kreditaufnahme zum Aufbau der Industrie resultieren, sowie die hohen Auslandsschulden und Folgen der Inflation bedeuten gerade hinsichtlich wirtschaftlicher Kooperationen eine große Herausforderung. AKADalumni lud drei Referenten ein, um über Bankwesen, Bildungschancen und kulturelle Differenzen von Polen und Deutschland zu diskutieren.
1. Das Polnische Bankensystem Dr. Klaus Kindler, Manager der DZ Bank AG Frankfurt am Main und zuständiger Osteuropa-Experte, referierte über das Dienstleistungsgeschäft der polnischen Banken zunächst im historischen Kontext: Die Ablösung des kommunistischen Systems sowie die Ansätze zu Reform- und Marktwirtschaftspolitik, die eine konvertierbare Währung sowie die Privatisierung vieler Unternehmen vorsah, zog neben Arbeitslosigkeit rapide sinkende Kaufkraft und ein niedriges Realeinkommen nach sich. Obwohl die Landwirtschaft in Polen nach wie vor eine wichtige Rolle spielt, ist das Land außerstande, den Eigenbedarf an Lebensmitteln, Futtergetreide und Pflanzenölen selbst zu decken. Die mangelnde Technisierung der Landwirtschaft stellte bis Mai 2004 eines der Haupthindernisse für einen Beitritt Polens in die Europäische Union dar. Ein wichtiger Schritt auf dem Weg von der Planwirtschaft zum freien Markt war die freie Konvertierbarkeit des neuen Złoty 1995; die Währung behielt dabei etwa ihren Wert. Während der Zeit der kommunistischen Herrschaft wurde der Außenhandel im Wesentlichen mit den anderen Staaten des Rates für Gegenseitige Wirtschaftshilfe (RGW) abgewickelt; die wichtigsten Handelspartner waren die UdSSR, die DDR und die Tschechoslowakei. Nicht zuletzt durch den Kooperationsvertrag 2000 (zwischen Polen, Frankreich und Italien) sind die wichtigsten Handelspartner heute die EU-Staaten, insbesondere die Bundesrepublik Deutschland, die Niederlande, Italien und Großbritannien. Deutschland ist zudem größter Investor des polnischen Bankwesens (16% Beteiligung). Weiter führte Kindler die Aufgaben der polnischen Zentralbank, das Kreditgeschäft sowie Orientierungsmodelle zum Customer Relationship Management aus, erläuterte die Konditionen der Euro-Einführung sowie eigene Erfahrungen zum Anlageverhalten, Möglichkeiten der Projektfinanzierung usf.
2. Interkulturelle Handlungskompetenz im deutschen Hochschulsystem Gemäß des EU-Bildungspolitik sowie der subventionierten Förderungsinitiativen von e-Learning-Projekten sollen bereits während des Studiums fächerübergreifende Schlüsselkompetenzen und InterculturalCompetence erarbeitet werden. Dr. Johanna Dahm, Dozentin für Communication Skills an der Europahochschule Fresenius in Köln sowie Marketingleiterin der Phillips Learning GmbH Montabaur (www.phillips-learning.com), zeigte die Möglichkeiten von Blended Learning Kursen für Studierende auf. Neue Lerntechnologien zur Förderung internationaler Wettbewerbsfähigkeit und frühzeitiger Berufsqualifikation bieten die Chance zur Implementierung so genannter Softskills in den Fächerkanon der universitären Ausbildung. Gerade für eine Anschlussmöglichkeit an den internationalen Arbeitsmarkt ist neben Fremdsprachen und Kenntnissen anderer politischer bzw. Wirtschaftssysteme der Respekt gegen andere Kulturen, Werte und Leitbilder vonnöten. Die Referentin stellte mit „cypres-create your presence“ eine lösungsorientierte Möglichkeit zum nachhaltigen Erwerb eben dieser interkulturellen Qualifikationen vor: Teammeetings im Virtual Classroom, individuelle Aufgabenpakete bzw. Tests auf der Learning Platform und Chats, die von Tutoren betreut werden, bilden ein semesterbegleitendes Training on the Job. Mehr Infos auf Phillips-Learning und Career-Tools
3. Kulturelle Unterschiede zwischen Polen und Deutschen im Geschäftsleben Unmittelbare Handlungsanweisung gab auch Immo Burghardt, Vertreter der AKAD-alumni und Gründer der Europe-Consultants. Ein Vergleich der polnischen und deutschen Nation hinsichtlich Persönlichkeitsmustern, Verhältnis zu wirtschaftlichem Erfolg usf. visualisiere die Notwendigkeit des respektvollen Miteinanders. Der „Knigge für Unternehmer in Polen“ soll folglich das polnische Hierarchiebewusstsein, die Achtung vor akademischen Titeln, den Umgang mit Tabuthemen in Verhandlungen berücksichtigen. Bereits in Begrüßungsritualen zeigen sich kulturell differierende Formalitäten, die sich aus dem kulturhistorischen Zusammenhang erschließen lassen: Ein in Deutschland undenkbares „Guten Tag, Herr Inspektor“ gehört in polnischen Unternehmen häufig zur selbstverständlichen Gepflogenheit. Burghardt betonte indes, dass vor allem diese kommunikationsgebunden Verbindlichkeiten in interkulturellen Geschäftsprozessen häufig die entscheidenden Brücken zur Kooperation bauen. Gleiches gelte bereits für rudimentäre Polnischkenntnisse. In Polen wiederum spiegeln einige Dialekte deutlich auch deutsche Spracheinflüsse, so dass die sprachliche Nähe zwischen Polen und Deutschland zu einem gemeinsamen kulturellen Bewusstsein beitragen könne. In Kürze werden weitere Veranstaltungen zum Thema Osterweiterung der EU folgen, deren Ankündigung Sie der Internetplattformwww.akadalumni.de entnehmen können. |
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