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Politisches System der Republik Polen
Vortrag von Dr. Andrzrzej Kaluza, Darmstadt Deutsches-Polen-Institut, Darmstadt Dienstag 22.10.2002
An einer sehr interessanten Informationsveranstaltung nahm der Leiter der Fachgruppe Osteuropa teil. So
lud das Kath.Bildungszentrum Darmstadt zu einer Gemeinschaftsveranstaltung mit dem Deutsches-Polen-Institut ein. Thema war das politische System der Republik Polen nach der Wende.
Ca. 25 Personen nahmenteil. Zunächst erläuterte Dr. Kaluza die Verfassung aus Polen, die 1997 endgültig entstanden ist. Sie ist im Prinzip nicht anders aufgebaut als bei uns. Freie
Wahlen gibt es in Polen seit 1991. Polen ist im Gegensatz zu Deutschland ein Zentralstaat nach franz. Vorbild. Genauer gesagt ein zentralistischer Staat mit dezentralen Zügen. Das bedeutet aus steuerlicher
Sicht, das sämtliche Steuern zentral eingenommen und anschließend zentral verteilt werden. Ländersteuern wie bei uns gibt es nicht. Herr Dr. Kaluza erläuterte dann den Aufbau der Legislative. Als politischer
Fachmann erläuterte er das derzeitige Parteigebilde in Polen. Ein Widerspruch sei es zum Beispiel, das die linken Parteien für die EU-Osterweiterung seien, und die rechten dagegen. Auch eine 'Schill-Partei'
gebe es. Generell seien die jungen und auch die gebildeten Polen für die Erweiterung und würden daher tendenziell links wählen. Am besten und auch flächendeckend organisiert seien die Kommunistische
Partei sowie die Bauernpartei. Die Bauernpartei bestehe übrigens nur gering aus Bauern, sondern sei mehr eine Gewerksschaftspartei für die Bauern. Tendenziell seien die Polen durch die vielen ständigen
Politikwechsel wahlmüde. So sei die Wahlbetreiligung bei ca. 50 Prozent angelangt. Viele Bürger würden sich um politische Posten bewerben. Das mag auch daran liegen, das Politker ca. das 2,5 fache wie Beamte
verdienen.
Auf die wirtschaftlichen Grunddaten ging er auch ein, wenngleich auch recht kurz, da es nicht das Thema des Abends war. Die Inflationsrate liege derzeit bei
ca. 7 Prozent. Vor allem in den Großstädten sei ein steigender Wohlstand bemerkbar. Die Zahl der ukrainischen Gastarbeiter liege schon fast bei einer Million, viele würden als Arbeiter oder
Haushaltshilfen in Polen arbeiten.
Demnächst wird es ein persönliches Gespräch zwischen mir und dem Polen Institut geben. Ziel: Einladung von Dr. Kaluza nach Bonn.
Die Internet Adresse ist:
www.deutsches-polen-institut.de
Immo Burghardt Fachgruppe Osteuropa des BVBC
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